Gedanken im Jänner – Was 
hat KI mit Apollonia zu tun?

Derzeit stelle ich mit Staunen fest, wie präsent KI in unserer nächsten Umgebung und in unserem Alltag ist. Wie schnell Lösungen, Ideen, Musik, Bilder, Texte generiert und verbreitet werden. Fast in Echtzeit und nahezu perfekt. 

Ich muss zugeben, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass ich KI entdeckt habe. Meistens suche ich nach einer Antwort und obwohl mir bewusst ist, dass ich mit einer Maschine kommuniziere, fühlt sich der Austausch unerwartet gut an.

Doch neulich ist es mir passiert, dass ich erschrocken die Finger von der Tastatur genommen und festgestellt habe, dass ich gar nicht mehr selbst überlege, denke, reflektiere. Ich habe mich dabei ertappt, dass ich das Denken dem Computer vor mir überlassen habe. 

Weil es in meiner Natur liegt, dass ich ein kreativer und tiefsinniger Mensch bin, hat mich das Ereignis zum Nachdenken gebracht: Was passiert gerade mit den Merkmalen die uns als Menschen auszeichnen, mit unserer Kreativität, unserer Fähigkeit Bedürfnisse zu spüren, Lösungen zu finden, zu kommunizieren, Fehler zu machen, zu lernen, zu lieben…?

 

Je mehr ich der Frage nachgehe, desto klarer und stärker wird unsere Vision von Apollonia. Wir wollen Begegnungen schaffen, die echt sind, mit Freude, mit Herzlichkeit, mit Wertschätzung, aber auch mit Unsicherheit, mit Neugierde die ein Teil von neuen Begegnungen sein können. Wir wollen Verbindung erlebbar machen, sei es in der Natur und in kreativen Prozessen. Unser Hofladen und unsere Kurse sollen einen analogen, generationenübergreifenden Raum der Begegnung bieten. Das ist eine der Motivationen, die uns die Kraft gibt, unserem neu erschaffenen Hof Leben einzuhauchen.

 

Seit knapp drei Monaten leben wir nun auf unserem neuen Hof und heute habe ich beschlossen, einmal im Monat Gedanken zu teilen, die uns auf dem Weg der Umsetzung begleiten. 

 

Gerne würde ich jetzt KI fragen, was es von meinem Text hält und ob er ansprechend und verständlich ist. Ich lasse es bleiben und bleibe neugierig was passiert.

 

Johanna

Gedanken im Februar – zwischen 
Schneeflocken und Frühlingsgefühlen

 

Wir schreiben schon den 27. Februar und gerade wollte ich auf die letzten zehn Jahre zurückblicken, als alles mit einem leisen, gemeinsamen Traum begann. Lächelnd stelle ich fest, dass mir aber nicht mehr nach Rückblick ist. Dieser Weg liegt hinter uns und mit ihm die kleinen und großen Erfolge, auch die Mühen und Hürden.

 

Jetzt hat unser leiser Traum einen Ort gefunden, eine Form, einen Namen: Apollonia. 

 

Zwischen Schneeflocken und Frühlingsgefühlen hat etwas Neues, etwas Unbekanntes begonnen. Wir haben die ersten Schritte gesetzt. Gerne würde ich erzählen, wie wir jodeln, lachen, bewusst atmen und uns bewegen. Wie gemalt wird, gelauscht, sich informiert, ausgetauscht und auch geweint. Von den ersten Begegnungen und dem Warten im Hofladen. Doch davon zu einem späteren Zeitpunkt, dann, wenn wir den Zettelkram in Ordnung haben. 

 

Während die Natur erwacht und kurz vor dem Erblühen steht, fühlen wir Vorfreude, eine leichte Aufregung gemischt mit einer Portion Respekt vor unserer neuen Aufgabe. Werden wir es schaffen Familie und Arbeit unter einen Hut zu bekommen, werden wir ausreichend Zeit für unseren neuen Hofladen haben, werden Kunden gerne unseren Laden besuchen…?

 

Doch wenn Zweifel aufkommen, erinnern wir uns daran, was wir im letzten Jahr alles geschafft haben: Im Februar 2025 hat unsere zweite Tochter das Licht der Welt erblickt, wir haben unseren neuen Hof errichtet, ich habe ein Kinderbuch veröffentlicht, und wir sind umgezogen. Dazwischen der Alltag mit Kindern, die Arbeit in den Weinbergen, in den Obstanlagen und im Garten und die ganz normalen Herausforderungen, die so ein Jahr mit sich bringt. Gemeinsam und mit viel Unterstützung haben wir es geschafft, und wir sind sehr dankbar dafür.

 

Ein bewusster und interessanter Mann gab mir einmal mit auf den Weg: behalte dir die Neugierde eines Kindes und den Geist eines Anfängers. Ein Leitgedanke, der mich und uns in diesen neuen Lebensabschnitt begleiten wird. 

 

Johanna

Gedanken im März – 
Nobody is perfekt

Heute erfreute ich mich an einem Besuch aus Norwegen. Er war sehr freundlich und interessiert und englischsprechend. Ich war aufgeregt und habe mich sehr bemüht. Wir haben uns verstanden. 

Als ich zu Hause angekommen bin, kamen dann die Selbstzweifel: wir führen doch einen Hofladen… Eigentlich sollte ich perfekt dreisprachig sein, Wein sollte meine Leidenschaft sein, die Kassa mein Lieblingsgerät, außerdem sollte ich Weinflaschen professionell öffnen und Wein elegant einschenken können, fünf Kunden gleichzeitig bedienen und am Allerwichtigsten, alles mit Leichtigkeit und einem freundlichen Lächeln managen. 

Und wisst ihr was? Vieles von dem ist noch nicht der Fall, weil alles neu ist, weil ich erst in meine Aufgabe hineinwachse und mit ihr wachse. 

Vieles am Hof ist uns vertraut, vieles neu. Genauso wie ein Frauenkreis, zu dem wir letztens in unseren Hofladen eingeladen haben. Auch das, eine völlig neue Aufgabe. Spannend, erfreulich und herausfordernd zugleich. 


„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...“ aber ganz ehrlich, auf diesen Zauber habe ich manchmal gar keinen Bock. Ich wäre lieber schon ein paar Schritte weiter, geübter, routinierter, erfahrener, gelassener. Sei es Mutter, als Partnerin, als Bäuerin, als 

Hofladenbetreiberin, als Tänzerin… So viele Rollen, in denen ich mir wünschte perfekt zu sein. Aber vielleicht geht es gar nicht darum, alles sofort zu können oder perfekt zu sein. Vielleicht geht es vielmehr darum, den Mut zu haben, es trotzdem zu tun. Mit Fehlern, mit Unsicherheiten, mit einem holprigen Englisch und zittrigen Händen beim Einschenken.


Bald feiern wir die Eröffnung unseres neuen Ladens, vielleicht feiern wir auch ein Stück weit das Menschliche, Unperfekte, Einzigartige, Lebendige. Und vielleicht bringen wir gerade dadurch Schönheit und eine wohltuende Atmosphäre in unser Fest. Wir werden unser Bestes geben und euch davon berichten.  

 

Johanna